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Kompetenzen erwerben

Sinnes- und Wahrnehmungskompetenz

Unsere Kinder benötigen ein waches Bewusstsein der Außenwelt, um sich in der realen Welt zu Recht zu finden. Zum Entwickeln der eigenen Wahrnehmungskraft brauchen sie unverfälschte verlässliche Eindrücke der Welt. Den Sinnen kommt dabei eine wichtige Bedeutung zu. Neben der Echtheit der Materialien und Vermeidung von Sinnestäuschungen (sieht aus wie Holz ist aber Plastik) sowie wohltuend abgestimmte Farben und Materialien, sind auch die biologisch produzierten Lebensmittel für die Kinder wichtig. So wollen wir helfen die reale Welt zu entdecken und zu erforschen.

Grundlegende Zusammenhänge werden erschlossen: z.B. von den Weizenähren bis zum essbaren Brot. Dabei sind viele Sinne angesprochen wenn das harte Korn in feines Mehl verarbeitet wird, um dann über den weichen klebrigen Teig in ein schnittfestes Brot verwandelt zu werden. Auch im Garten erleben die Kinder viele Sinneseindrücke, ob beim Hüpfen, Rennen oder Seilspringen. Eine besondere Herausforderungen ist es aber sich auf unebenen Waldboden zu bewegen, oder mit Steinen Moos und Ästen zu spielen.

Beim Singen unserer Lieder als auch beim Spielen auf der Kinderharfe wird das Hören und Wahrnehmen der Töne und Sprache in Übereinstimmung mit dem Sehsinn besonders gefördert. Aus diesem Grunde werden Märchen oder Puppenspiele von den Erziehern selbst vorgetragen und bewusst auf die Verwendung von Kassetten oder Videos konsequent verzichtet.

Körper und Bewegungskompetenz

Viele Kinder leiden heute unter Bewegungsmangel, ihre Grob- und Feinmotorik ist immer öfter unzureichend entwickelt.

In unserem Waldorfkindergarten können sich die Kinder regelmäßig und ausreichend bewegen. Dazu gehören Spaziergänge in den Wald, sowie Spielen und Klettern auf dem Spielplatz. Für den Gleichgewichtssinn sind Stelzenlaufen und Seilspringen eine gute Übung, auch das Balancieren über Holzstücke gehört dazu.

Für die Feinmotorik sind handwerkliche Arbeiten an der Werkbank (Sägen, Raspeln, Feilen) oder Weben und Nähen gut. Auch Reigen- und Fingerspiele sowie Plastizieren mit Bienenwachs unterstützen die Entwicklung der Fingerfertigkeit.

Gezielte Förderung erfolgt im Rahmen der Eurythmie, in der u.a. ganz bestimmte, vorgegebene Bewegungsabläufe nachvollzogen werden. Dabei ist ein bewegen nach bestimmten Rhythmen ( schnell - langsam, auf Zehenspitzen oder Stampfen ) zum erfahren der eigenen Körperbewegung wichtig.

Sozialkompetenz

Menschliche Gemeinschaft bedarf der Sozialkompetenz des Einzelnen, der Fähigkeiten sich einzubringen, anderen zu helfen, Bedürfnisse zu äußern aber es auch auszuhalten, wenn diese nicht sofort erfüllt werden können.

Bei dem Eintritt in eine Kindertageseinrichtung kommt es zu Veränderungen in den Beziehungen. Neben der Ablösung von den Bezugspersonen entsteht aber auch eine Erweiterung der sozialen Beziehungsräume. Hinzu kommen Aufgaben im emotionalen Bereich. Das Kind muss mit der familiären Trennung und daraus evtl. entstehenden Frustration umgehen lernen. Durch den strukturierten wiederkehrenden Tagesablauf helfen wir den Kindern schnell in eine sichere neue Umgebung hinein zuwachsen.

Im Kindergarten entwickeln die Kinder soziale Fähigkeiten ganz natürlich im Umgang miteinander, während des freien phantasievollen Spiels, in dem häufig auch die Rollen von Erwachsenen aus der eigenen Erfahrungswelt nachgeahmt und so das Verhalten eingeübt wird. Konflikt und Versöhnung sind dabei die markanten Eckpfeiler in einer Entwicklung hin zum Verstehen des Anderen und sich selbst.

Dabei kommt der Sprachentwicklung eine besondere Bedeutung zu. Ohne Sprache ist soziales Leben erschwert. Durch das Einbeziehen der Kinder in die häuslichen Tätigkeiten des Kindergartens (Blumengießen, Tischdecken, Abspülen, etc.) mit Übernahme einer kleinen Verantwortung, verlässliches Handeln der Erzieher, gemeinsames Tun im Reigen und in der Eurythmie wird die Sozialkompetenz weiter gefördert.

Sprachkompetenz

Sprache ist das Mittel um mit anderen Menschen in Beziehung zu kommen und seine Gedanken und Gefühle zu äußern. Kinder beginnen ganz individuell mit dem Sprechen, aber sie brauchen alle gute Vorbilder im Erwachsenen, um sich die Sprache anzueignen.

Bei uns im Waldorfkindergarten haben Lieder, Verse, Reime und Fingerspiele, die durch die Verbindung von Sprache und rhythmischer Bewegung einen positiven Einfluss auf die Sprachkompetenz haben, einen hohen Stellenwert.

Der Reigen als fester Bestandteil im Tagesablauf fördert die Entwicklung und Ausdifferenzierung vielfältiger non-verbaler Ausdrucksformen. Das aktive Zuhörenkönnen und die Sprechfreude werden ebenso angeregt. Vom Erzieher vorgeführte Puppenspiele motivieren die Kinder zur Nachahmung, wo ein Textverständnis entwickelt werden kann. Die Fähigkeit selbst kleine Geschichten zu erfinden und mit Stehpuppen darzustellen wird dadurch angeregt.

Auch gehört dazu das Erzählen oder Vorlesen von Geschichten im Abschlusskreis, was zur späteren Lesefreude motivieren kann.

Phantasie und Kreativität

Die Welt um uns herum ist immer mehr genormt, vorgefertigt und festgelegt, aber die gesellschaftliche Entwicklung ist ohne schöpferische Kreativität und Phantasie kaum denkbar.

Die Pflege und Entwicklung der kindlichen Phantasie im Kindergarten wird durch das freilassende nicht ausgeformte Spielzeug angeregt. Durch Puppenspiele und Geschichten werden die Kinder zum kreativen Spiel ermuntert. Aufgrund der täglich wiederkehrenden Spielzeit haben die Kinder genügend Zeit, um ausgiebig und mit Konzentration ihrer phantasievollen Schaffensfreude nach zu kommen. Auch beim Malen ist die eigene Kreativität im Zusammenhang mit der Entwicklung des Kindes im Vordergrund.

Mathematische und Naturwissenschaftliche Kompetenz

Durch unser natürliches Spielmaterial werden alle Sinne der Kinder angesprochen. Da die Spielgegenstände aus unterschiedlichen Materialien bestehen, lernen die Kinder auch deren verschiedene Eigenschaften schon frühzeitig kennen.

Die unterschiedlichen Formen, Mengen Gewicht, Länge und deren räumliche Strukturen werden spielerisch erforscht und fördern die mathematischen Kompetenzen.

Als Beispiele seien das Aufstellen der Spieltiere nach Größe oder das paarweise Aufräumen der Schuhe genannt. Beim Anrichten des Frühstückstisches lernen die Kinder die korrekte, vorgegebene Anzahl an Geschirr anzurichten. Beim Stellen des Stuhlkreises erfassen sie geometrische Grundformen und räumliche Abstände.

Motivation und Konzentration

Sich für eine Sache zu begeistern, sich ganz in sie einzubringen ist später einmal die Grundlage für Lebensfreude und Erfolg. Kinder haben eine angeborene, primär Motivation nach Hunger und lebensnotwendigem Verhalten, sowie Neugier und Spontanität. Dies zu erhalten und weiter zu fördern ist Aufgabe des Kindergartens.

Nichts fesselt und motiviert Kinder mehr als ihre eigene Phantasie, die sie im Spiel frei und ganz vertieft entfalten können. Darauf aufbauend gelingt dann auch die Konzentration auf die von außen herangetragenen Aufgaben, seien diese häusliche Arbeiten oder das Mitmachen im Reigen und bei der Eurythmie. Jeder kennt wohl wie Kinder geradezu an den Lippen des Geschichtenerzählers hängen. Anders wenn eher als Hintergrundgeräusch degradiert eine Märchen CD abgespielt wird.

Der regelmäßige Tagesablauf gibt dem Kind Sicherheit, es kann sich ganz auf die wie gewohnten Aktivitäten einlassen, statt Überraschungen ausgesetzt zu werden. Im Vorschuljahr arbeiten die Kinder dann schon selbständig über längere Zeiträume mit Eifer und Ausdauer an einem Werkstück (z.B. weben u. nähen einer Tasche, Holzschiff). Dies geschieht im Gruppenraum während der Freispielzeit und es erfordert viel Konzentration. Die Bewunderung der jüngeren Kinder wirkt sehr motivierend. Ein echtes aufrichtiges Lob des Erziehers und die Freude über das Tun des Kindes ist dabei wichtig.

Ethisch-moralische religiöse Wertekompetenz

Was ist gut, was ist schlecht? Die soziale Kompetenz braucht ihre Ergänzung in der Unterscheidung von Gut und Schlecht. Wohin es führt, wenn Gut nur das meint, was mir gut tut, ist leider in der Gesellschaft ab und an zu beobachten.

Der Waldorfkindergarten baut daher konsequent auf eine freie religiöse, den Anderen und die Umwelt achtende Haltung auf. Durch den für die Speisen dankenden Tischspruch und den liebevollen, helfenden Umgang untereinander, mit der Natur, aber auch mit den Spielmaterialien, entwickelt das Kind die Fähigkeit sein eigenes Handeln zu beurteilen und sich für das Gute zu entscheiden.

Mehr jedoch zählt auch hier das konsequente Vorbild des Erziehers, dessen Tun nicht nur nachgeahmt sondern auch abstrahiert verinnerlicht wird. Als Schwerpunkt im Kindergarten sehen wir auch das Feiern der christlichen Jahresfeste auf einer konfessionslosen Ebene.

Kooperation Kindergarten - Schule

An der Zusammenarbeit von Schule und Kindergarten innerhalb des Gemeindegebiets sind wir beteiligt und haben so guten Kontakt zu den Grundschulen in der Gemeinde (Kooperationstreffen), siehe Kooperationsvereinbarung (PDF Download) der Gemeinde Vaterstetten. Wir begleiten und unterstützen den Übergang in die Schule und nehmen an den Vorbesprechungen der Schulen auch außerhalb der Gemeinde teil. Bei der Schuleinschreibung stehen wir als Beobachter und Gesprächspartner zur Verfügung.